Du möchtest die einzigartigen und vielfältigen Weihnachtstraditionen Spaniens verstehen, um diese festliche Jahreszeit authentisch zu erleben oder dein Wissen darüber zu vertiefen? Dieser Text liefert dir eine detaillierte und fundierte Übersicht über die Bräuche, die das spanische Weihnachtsfest prägen, und richtet sich an alle, die sich für Kultur, Geschichte und die besonderen Rituale der Weihnachtszeit in Spanien interessieren.
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Die Dauer und Höhepunkte des spanischen Weihnachtsfestes
Das spanische Weihnachtsfest ist kein kurzes Ereignis, sondern erstreckt sich über einen längeren Zeitraum und kulminiert in mehreren wichtigen Daten. Die Feierlichkeiten beginnen oft schon mit dem Unentschieden der Weihnachtslotterie am 22. Dezember und enden erst am 6. Januar mit dem Dreikönigstag. Dies unterscheidet sich von vielen anderen Ländern, wo der Fokus primär auf dem 24. und 25. Dezember liegt. Für Spanier ist die Zeit zwischen dem ersten großen Festtag und dem Dreikönigstag eine durchgehende Feierlichkeit, die durch familiäre Zusammenkünfte, besondere Speisen und tief verwurzelte Bräuche gekennzeichnet ist.
Nochebuena (Heiliger Abend) und die Bedeutung der Familie
Die Nochebuena, der Heilige Abend am 24. Dezember, ist zweifellos der wichtigste Tag der Weihnachtszeit in Spanien. An diesem Abend versammelt sich die Familie zu einem ausgedehnten und festlichen Abendessen. Das Essen ist reichhaltig und variiert je nach Region, aber typische Gerichte umfassen oft Lamm (cordero asado), Spanferkel (cochinillo asado) oder verschiedene Fischgerichte wie Seebarsch (lubina). Als Vorspeise werden häufig Meeresfrüchte, Schinken (jamón ibérico) und Käse serviert. Der Gang zur Mitternachtsmesse, die Misa del Gallo (Messe des Hahns), ist für viele Familien ebenfalls ein zentraler Bestandteil der Nochebuena. Der Name leitet sich von der Legende ab, dass ein Hahn als erstes Tier die Geburt Jesu verkündete. Nach der Messe versammeln sich die Familien oft noch weiter, singen Weihnachtslieder (villancicos) und tauschen kleine Geschenke aus.
El Gordo: Die Spanische Weihnachtslotterie
Die Ziehung der spanischen Weihnachtslotterie, bekannt als „El Gordo“ (Der Dicke), am 22. Dezember ist ein nationales Ereignis, das die Vorfreude auf die Feiertage zusätzlich steigert. Seit 1812 findet diese Lotterie statt und ist mit einem Gesamtausschüttungsbetrag, der zu den höchsten der Welt zählt, legendär. Die Spannung ist groß, und viele Spanier teilen sich Lose (participaciones), um die Chance auf einen Gewinn zu erhöhen. Die Freude der Gewinner, die oft in kleinen Dörfern oder Nachbarschaften gefeiert wird, ist ein fester Bestandteil der spanischen Weihnachtskultur und sorgt für eine einzigartige festliche Atmosphäre im ganzen Land.
Navidad (Weihnachtstag) und die Fortsetzung der Feierlichkeiten
Der 25. Dezember, der eigentliche Weihnachtstag, ist in Spanien oft ruhiger als die Nochebuena. Viele Familien verbringen den Tag entspannt, genießen die Reste des festlichen Essens vom Vortag und besuchen vielleicht noch Freunde oder andere Familienmitglieder. Es ist ein Tag der Ruhe und des Beisammenseins, der die festliche Stimmung fortsetzt, ohne den Trubel der Nochebuena zu wiederholen. Geschenke werden traditionell nicht am 25. Dezember geöffnet, da diese Rolle dem Dreikönigstag vorbehalten ist.
Las Posadas: Ein historischer Bräuche, heute weniger verbreitet
Obwohl Las Posadas in vielen lateinamerikanischen Ländern eine zentrale Rolle spielen, sind sie in Spanien selbst heute eher selten anzutreffen, aber historisch bedeutsam. Dieser Brauch symbolisiert die Herbergssuche von Maria und Josef. Ursprünglich zogen Gruppen von Menschen von Haus zu Haus und baten um Einlass, um die Geburt Jesu nachzuspielen. Heute findet man Spuren dieses Brauchs eher in einigen Gemeinden und als Teil von kulturellen Veranstaltungen, die an die Geschichte der Weihnachtszeit erinnern sollen.
Nochevieja (Silvester) und die zwölf Weintrauben
Die Nochevieja, Silvester am 31. Dezember, ist ebenfalls ein wichtiger Feiertag in Spanien. Die Familie kommt erneut zusammen, um das Jahr ausklingen zu lassen. Das kulinarische Highlight des Abends sind die 12 Weintrauben (las doce uvas de la suerte). Um Mitternacht, mit jedem Glockenschlag des neuen Jahres, isst man eine Weintraube. Wenn es gelingt, alle zwölf Trauben pünktlich zu verspeisen, soll dies Glück für die kommenden zwölf Monate bringen. Dies ist ein ausgelassenes und oft humorvolles Ritual, das Tausende von Spaniern auf den Plätzen der Städte, besonders auf der Puerta del Sol in Madrid, gemeinsam erleben.
Día de los Santos Inocentes (Tag der unschuldigen Kinder)
Der 28. Dezember ist in Spanien der Día de los Santos Inocentes, der Tag der unschuldigen Kinder. Dieser Tag erinnert an das biblische Ereignis der Tötung der unschuldigen Kinder durch König Herodes. In der modernen spanischen Tradition hat sich dieser Tag jedoch zu einer Art närrischem Tag entwickelt, vergleichbar mit dem Aprilscherz. Es werden Streiche gespielt und kleine Neckereien verbreitet. Nachrichtenportale und Fernsehsender verbreiten manchmal gefälschte Nachrichten, die als Scherz gedacht sind. Man muss also an diesem Tag besonders aufmerksam sein.
El Día de Reyes (Dreikönigstag) und die Geschenke
Der 6. Januar ist in Spanien der Höhepunkt der Weihnachtszeit: El Día de Reyes, der Dreikönigstag. An diesem Tag erinnern sich die Spanier an die Ankunft der Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland, die dem Jesuskind Geschenke brachten. Dies ist der Tag, an dem traditionell die Hauptgeschenke verteilt werden. Am Vorabend, dem 5. Januar, ziehen die Heiligen Drei Könige (Melchor, Gaspar und Baltasar) in festlichen Paraden durch die Städte, die Cabalgata de Reyes. Kinder schreiben zuvor Briefe an die Könige und hinterlassen am Abend ihre Schuhe, damit diese sie mit Geschenken füllen können. Am Morgen des 6. Januar werden die Geschenke dann ausgepackt.
Der Roscón de Reyes
Eng verbunden mit dem Dreikönigstag ist der Roscón de Reyes, ein traditioneller Ringkuchen, der oft mit kandierten Früchten verziert und mit Schlagsahne gefüllt ist. In den Roscón werden zwei kleine Überraschungen eingebacken: eine kleine Figur (die meist den König darstellt) und eine Bohne. Wer die Figur im Kuchenstück findet, ist der König oder die Königin des Tages. Wer die Bohne findet, muss im nächsten Jahr den Roscón kaufen. Dieser Kuchen ist ein süßer und geselliger Abschluss der Weihnachtszeit.
Regionale Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Obwohl es viele gemeinsame Bräuche gibt, variieren die Weihnachtsfeierlichkeiten in Spanien von Region zu Region. Katalonien hat beispielsweise den „Caga Tió“, einen Holzklotz, der mit Farbe und Symbolen bemalt ist und den Kindern symbolisch Geschenke „ausscheidet“, wenn er mit Stöcken geschlagen und mit Weihnachtsliedern bedacht wird. Im Baskenland gibt es eigene Weihnachtslieder und Tänze. Dennoch ist die Bedeutung der Familie, des guten Essens und der gemeinsamen Feierlichkeiten ein durchgehendes und verbindendes Element der spanischen Weihnachtstradition im ganzen Land.
| Kategorie | Beschreibung der Bräuche | Bedeutung und Einfluss | Regionale Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Beginn der Festtage | Ziehung der Weihnachtslotterie „El Gordo“ am 22. Dezember. | Steigert die Vorfreude, fördert Gemeinschaft und Glücksgefühle. | National einheitlich, aber die Freude über Gewinne ist lokal sehr ausgeprägt. |
| Familienfesttag | Nochebuena (Heiliger Abend) mit ausgedehntem Familienessen und Misa del Gallo. | Kernstück der Feierlichkeiten, Fokus auf familiäre Bande und kulinarische Genüsse. | Regionale Spezialitäten bei Speisen und Getränken, gemeinsames Singen von Villancicos. |
| Übergang zum neuen Jahr | Nochevieja (Silvester) mit den 12 Weintrauben um Mitternacht. | Symbol für Glück und Wohlstand im kommenden Jahr, ausgelassenes Feiern. | Große öffentliche Versammlungen auf Plätzen, Übertragung der Glockenschläge. |
| Geschenke und Höhepunkt | Día de Reyes (Dreikönigstag) am 6. Januar mit Geschenken und Roscón de Reyes. | Traditioneller Tag für Geschenke, symbolisiert die Ankunft der Heiligen Drei Könige. | Die Cabalgata de Reyes (Königsparaden) sind ein wichtiges Element, die Tradition des Roscón ist landesweit verbreitet. |
| Besondere Bräuche | Día de los Santos Inocentes (28. Dezember) mit Streichen und Scherzen. | Humoristischer Tag, der von der ursprünglichen religiösen Bedeutung abweicht. | Medien und Privatpersonen beteiligen sich an der Verbreitung von Scherzen. |
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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Weihnachten Bräuche in Spanien Tradition
Wann beginnt die Weihnachtszeit in Spanien?
Die Weihnachtszeit in Spanien beginnt traditionell mit der Ziehung der Weihnachtslotterie „El Gordo“ am 22. Dezember. Die eigentlichen Hauptfeierlichkeiten finden jedoch an Heiligabend (Nochebuena), Silvester (Nochevieja) und zum Dreikönigstag (Día de Reyes) am 6. Januar statt.
Wer bringt die Geschenke in Spanien?
In Spanien bringen traditionell die Heiligen Drei Könige (Los Reyes Magos) die Geschenke, nicht der Weihnachtsmann. Die Geschenke werden am Morgen des Dreikönigstages, dem 6. Januar, geöffnet. Kinder schreiben den Königen im Voraus Briefe, um ihre Wünsche mitzuteilen.
Was ist das typische Weihnachtsessen in Spanien?
Das Weihnachtsessen, insbesondere an Heiligabend, ist sehr üppig und regional unterschiedlich. Häufige Hauptgerichte sind Lamm (cordero asado), Spanferkel (cochinillo asado) oder verschiedene Fischgerichte. Als Vorspeisen sind Meeresfrüchte, Schinken und Käse sehr beliebt. Das Essen ist ein zentraler Bestandteil der familiären Zusammenkunft.
Was sind die 12 Weintrauben an Silvester?
Die Tradition der 12 Weintrauben (las doce uvas de la suerte) an Silvester besagt, dass man zu jedem Glockenschlag um Mitternacht eine Weintraube essen muss. Gelingt es, alle zwölf Trauben pünktlich zu verspeisen, soll dies Glück für die kommenden zwölf Monate bringen. Dieses Ritual ist in ganz Spanien populär.
Gibt es eine Weihnachtslotterie in Spanien?
Ja, die spanische Weihnachtslotterie „El Gordo“ ist eine der bekanntesten und ältesten Lotterien der Welt. Die Ziehung findet am 22. Dezember statt und ist ein nationales Ereignis, das von vielen Spaniern mit Spannung verfolgt wird. Sie ist nicht nur ein Glücksspiel, sondern auch ein wichtiger Teil der vorweihnachtlichen Kultur.
Welche Rolle spielt die Kirche an Weihnachten in Spanien?
Die katholische Kirche spielt eine wichtige Rolle im spanischen Weihnachtsfest. Viele Familien besuchen die Misa del Gallo (Messe des Hahns) in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember, die Mitternachtsmesse. Der religiöse Aspekt der Geburt Jesu ist tief in der Tradition verwurzelt, auch wenn säkulare Bräuche stark präsent sind.
Was ist der Roscón de Reyes und wann wird er gegessen?
Der Roscón de Reyes ist ein traditioneller, ringförmiger Kuchen, der typischerweise zu Ehren des Dreikönigstages gebacken und gegessen wird. Er ist oft mit kandierten Früchten dekoriert und kann verschiedene Füllungen wie Sahne oder Creme haben. In den Kuchen werden zwei kleine Überraschungen versteckt: eine kleine Figur und eine Bohne. Der Finder der Figur ist der König des Tages, der Finder der Bohne muss im nächsten Jahr den Roscón bezahlen.