Weihnachten Bräuche in Österreich erleben

Weihnachten Bräuche Österreich

Suchst du nach authentischen Erlebnissen, um die Magie des Weihnachtsfestes in Österreich wirklich zu spüren? Dieser Text richtet sich an alle, die über die üblichen Klischees hinausblicken und tiefer in die traditionellen Bräuche und Festlichkeiten eintauchen möchten, um ein unvergessliches österreichisches Weihnachtserlebnis zu gestalten.

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Die Vielfalt österreichischer Weihnachtstraditionen

Österreich, ein Land reich an Geschichte und Kultur, feiert Weihnachten mit einer Fülle an Bräuchen, die von Region zu Region variieren können, aber alle von einer tiefen Verbundenheit zu Tradition und Gemeinschaft geprägt sind. Vom Glanz der Weihnachtsmärkte über besinnliche Familienrituale bis hin zu symbolträchtigen Bräuchen – die österreichische Weihnacht ist ein Fest für die Sinne und die Seele.

Advent – Die Vorfreude auf das Christkind

Die Adventszeit ist in Österreich keine bloße Wartezeit, sondern eine eigenständige Phase des Erlebens. Sie beginnt am Sonntag nach dem 10. November und ist geprägt von Vorfreude und Besinnung. Der Adventkalender, eine österreichische Erfindung, gehört ebenso dazu wie das Entzünden der Kerzen auf dem Adventskranz, der traditionell am Sonntag vor dem ersten Adventsonntag geweiht wird. Jede Woche wird eine weitere Kerze entzündet, was den zeitlichen Fortschritt und die wachsende Erwartung symbolisiert.

  • Adventkalender: Ursprünglich aus Karton mit kleinen Türchen, die vom 1. bis 24. Dezember geöffnet werden, hat sich der Adventkalender zu einer vielfältigen Tradition entwickelt, die von Schokolade über kleine Geschenke bis hin zu handgemachten Überraschungen reicht.
  • Adventskranz: Ein Kranz aus Tannenzweigen mit vier Kerzen, der am Adventsonntag feierlich mit Kerzenlicht geschmückt wird. Die Tradition des Adventskranzes wird oft in der Familie zelebriert.
  • Raunächte: Die Zeit zwischen Weihnachten und Heilige Drei Könige (6. Jänner) gilt als mystische Periode, in der das Böse vertrieben und das neue Jahr gesegnet werden soll. Bei uns wird darauf noch genauer eingegangen.

Weihnachtsmärkte – Leuchtende Treffpunkte

Die österreichischen Weihnachtsmärkte sind weltberühmt und ein unverzichtbarer Bestandteil des vorweihnachtlichen Erlebens. Sie verwandeln Plätze und Gassen in märchenhafte Orte, erfüllt vom Duft nach Zimt, Glühwein und gerösteten Mandeln. Jeder Markt hat seinen eigenen Charakter, von den traditionellen Märkten in Wien, Salzburg und Innsbruck bis hin zu kleineren, intimeren Märkten in ländlichen Regionen.

  • Kulinarische Genüsse: Probieren Sie Maroni (geröstete Kastanien), gebrannte Mandeln, Lebkuchen und natürlich den heißen Glühwein oder Punsch. Regionale Spezialitäten wie Weihnachtsbäckerei (Vanillekipferl, Zimtsterne) dürfen nicht fehlen.
  • Handwerkskunst: Entdecken Sie handgefertigte Krippen, Keramik, Holzschnitzereien und andere traditionelle Kunsthandwerke.
  • Atmosphäre: Genießen Sie die festliche Musik, die festlich geschmückten Stände und die besondere Stimmung, die nur ein österreichischer Weihnachtsmarkt bieten kann.

Heiliger Abend – Das Herzstück des Festes

Der Heilige Abend, der 24. Dezember, ist in Österreich der Höhepunkt der Weihnachtsfeierlichkeiten. Es ist ein Tag, der traditionell im Kreis der Familie verbracht wird und von tiefen Ritualen geprägt ist.

Das Schmücken des Christbaums

Das gemeinsame Schmücken des Christbaums ist ein zentrales Familienereignis. Die Bäume werden oft erst am Heiligen Abend geschmückt, um die Magie des Moments zu erhöhen. Traditionell werden echte Kerzen verwendet, wobei heute aus Sicherheitsgründen elektrische Lichterketten die Oberhand gewonnen haben. Kugeln, Lametta, Engelshaar und handgemachte Anhänger zieren die Zweige. Oftmals wird der Baum mit Äpfeln, Nüssen und kleinen, verpackten Süßigkeiten behängt, die später auch verzehrt werden können.

Die Christmette

Für viele Familien gehört der Besuch der Christmette zur Tradition. Diese feierliche Messe, die meist um Mitternacht stattfindet, ist ein besinnlicher Abschluss des Heiligen Abends und ein spirituelles Zentrum des Weihnachtsfestes.

Das Weihnachtsessen

Das Weihnachtsessen am Heiligen Abend ist oft ein besonderes Ereignis. In vielen Familien gibt es traditionell gebackenes Karpfen oder Wiener Schnitzel. In anderen Regionen ist auch ein Festtagsbraten oder Gänsebraten üblich. Die Auswahl des Menüs kann stark variieren, aber es steht immer im Zeichen der festlichen Verbundenheit.

Die Bescherung

Nach dem Essen und oft auch nach der Christmette findet die Bescherung statt. Die Geschenke werden unter dem geschmückten Christbaum ausgepackt. In einigen Familien bringt das Christkind die Geschenke, in anderen der Weihnachtsmann. Die Vorstellung vom Christkind ist in Österreich jedoch weit verbreitet und mit einer besonderen kindlichen Vorfreude verbunden.

Das Singen von Weihnachtsliedern

Gemeinsames Singen von Weihnachtsliedern ist ein wichtiger Bestandteil des Heiligen Abends. „Stille Nacht, heilige Nacht“ darf dabei natürlich nicht fehlen und wird oft in verschiedenen Sprachen gesungen.

Die Geburt Christi – Symbolik und Bräuche

Die Geburt Jesu Christi steht im Mittelpunkt des christlichen Weihnachtsfestes und spiegelt sich in vielen Bräuchen wider.

Krippenspiele und Krippenfiguren

Krippen, die die Geburt Christi mit der Heiligen Familie, Hirten und den Heiligen Drei Königen darstellen, sind ein zentrales Element österreichischer Weihnachtskultur. Ob in Kirchen, öffentlichen Plätzen oder als handgefertigte Dekoration zu Hause – die Krippe symbolisiert die Hoffnung und den Beginn einer neuen Ära. Viele Regionen haben ihre eigenen, kunstvoll geschnitzten Krippen, die oft über Generationen weitergegeben werden.

Die Heiligen Drei Könige

Am 6. Jänner, dem Dreikönigstag, endet die Weihnachtszeit offiziell. An diesem Tag ziehen oft Sternsinger von Haus zu Haus, um den Segen für das neue Jahr zu bringen und Spenden für wohltätige Zwecke zu sammeln. Sie sind als „Caspar, Melchior und Balthasar“ verkleidet und schreiben mit Kreide den Segensspruch „C+M+B“ über Türen, was für „Christus Mansionem Benedicat“ (Christus segne dieses Haus) steht und als Schutz vor bösen Geistern gilt.

Regionale Besonderheiten

Österreich ist ein Land der Vielfalt, und das spiegelt sich auch in den Weihnachtstraditionen wider.

  • Tirol: Bekannt für die „Krampusläufe“, bei denen furchterregende Gestalten, die den Heiligen Nikolaus begleiten, durch die Dörfer ziehen, um die bösen Geister zu vertreiben. Dies findet oft am Abend des 5. Dezember statt.
  • Salzburg: Hier ist das Salzburger Adventsingen eine Institution, das traditionelle Weihnachtslieder und Texte aufführt und eine tief besinnliche Atmosphäre schafft.
  • Oberösterreich: Das „Turmblasen“ an verschiedenen Orten, bei dem Bläser von Kirchtürmen festliche Weisen spielen, ist hier besonders beliebt.
  • Steiermark: Bekannt für seine traditionellen „Stubenmusi“, die oft auch Weihnachtslieder spielt, und für die liebevoll gestalteten Weihnachtsmärkte, die regionale Produkte und Handwerkskunst hervorheben.

Die Raunächte – Mystische Zeit

Die zwölf Raunächte, die Nacht vom 24. auf den 25. Dezember bis zur Nacht vom 5. auf den 6. Jänner, sind eine besondere Zeit des Übergangs. Sie gelten als Nächte, in denen die Grenzen zwischen den Welten dünner werden und alte Geister und Dämonen umherstreifen können. Traditionell wird in dieser Zeit das Haus auszuräuchern, um böse Geister zu vertreiben und das neue Jahr zu segnen. Es ist auch eine Zeit der Besinnung und des Rückblicks auf das vergangene Jahr.

Kategorie Beschreibung Bedeutung
Adventliche Vorbereitung Adventkalender, Adventskranz, Weihnachtsmärkte Steigerung der Vorfreude, Besinnung, Gemeinschaftserlebnis
Heiliger Abend Rituale Christbaumschmücken, Christmette, Weihnachtsessen, Bescherung Familienzusammenkunft, spiritueller Höhepunkt, Dankbarkeit
Symbolische Bräuche Krippendarstellungen, Heilige Drei Könige (Sternsinger) Verkörperung der Weihnachtsgeschichte, Segensbringung, Wohltätigkeit
Regionale Vielfalt Krampusläufe (Tirol), Adventsingen (Salzburg), Turmblasen (Oberösterreich) Einzigartige kulturelle Ausdrucksformen, lokale Identität
Mystische Zeit Raunächte, Ausräuchern Reinigung, Schutz, Übergang ins neue Jahr, spirituelle Einkehr

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Weihnachten Bräuche in Österreich erleben

Wann beginnt die Weihnachtszeit in Österreich?

Die offizielle Adventszeit in Österreich beginnt am Sonntag nach dem 10. November und dauert bis zum Heiligen Abend am 24. Dezember. Die eigentlichen Feierlichkeiten, wie das Schmücken des Christbaums und das Weihnachtsessen, finden jedoch primär am Heiligen Abend statt.

Was ist das Besondere am österreichischen Weihnachtsessen?

Das Weihnachtsessen am Heiligen Abend variiert regional, aber beliebte Traditionen sind gebackener Karpfen oder Wiener Schnitzel. In vielen Familien wird auf traditionelle Gerichte gesetzt, die oft über Generationen weitergegeben werden und ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit vermitteln.

Sind die Krampusläufe gefährlich?

Krampusläufe sind ein traditioneller Brauch, der am Abend des 5. Dezember stattfindet. Die Darsteller der Krampusse sind meist gut vorbereitet und agieren in einem geregelten Rahmen. Es ist jedoch ratsam, Abstand zu halten, da die Kostüme und das Verhalten der Krampusse sehr eindrucksvoll und für Kinder beängstigend sein können.

Was sind die Raunächte und welche Bräuche sind damit verbunden?

Die Raunächte sind die zwölf Nächte zwischen dem 24. Dezember und dem 6. Jänner. Es ist eine Zeit, die als mystisch und übergreifend zwischen den Welten gilt. Bräuche beinhalten das Ausräuchern des Hauses zur Reinigung und zum Schutz, das Vermeiden von Lärm und das Nachdenken über das vergangene und kommende Jahr.

Wie wichtig ist die Krippe in der österreichischen Weihnachtskultur?

Die Weihnachtskrippe ist ein zentrales Symbol des christlichen Weihnachtsfestes und in Österreich von großer Bedeutung. Von kunstvoll geschnitzten Krippen in Kirchen bis hin zu selbstgebastelten Varianten zu Hause, sie repräsentiert die Geburt Christi und die Hoffnung, die damit verbunden ist.

Was bedeutet die Abkürzung C+M+B über den Türen?

C+M+B ist ein Segensspruch, der von Sternsingern am Dreikönigstag (6. Jänner) über die Türen geschrieben wird. Es steht für „Christus Mansionem Benedicat“, was bedeutet „Christus segne dieses Haus“. Es ist ein Segen für das neue Jahr und soll Schutz vor Unglück und Bösem bieten.

Welche Rolle spielt Musik in der österreichischen Weihnacht?

Musik spielt eine herausragende Rolle. Weihnachtslieder wie „Stille Nacht, heilige Nacht“ sind international bekannt und werden in Österreich in Kirchen, Familien und bei Konzerten wie dem Salzburger Adventsingen gesungen. Auch Turmblasen und traditionelle Volksmusik prägen die festliche Atmosphäre.

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