Weihnachten Bräuche in Frankreich erklärt

Weihnachten Bräuche Frankreich

Wenn du dich fragst, wie Weihnachten in Frankreich gefeiert wird und welche einzigartigen Bräuche es gibt, bist du hier genau richtig. Dieser Text liefert dir einen detaillierten Einblick in die französischen Weihnachtstraditionen, von der Vorweihnachtszeit bis zum Dreikönigstag, und ist für alle von Interesse, die sich für kulturelle Festtagsbräuche oder eine Reise nach Frankreich zur Weihnachtszeit informieren möchten.

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Die Adventszeit in Frankreich: Vorbereitung auf Noël

Die Vorweihnachtszeit, auf Französisch bekannt als l’Avent, ist in Frankreich eine Zeit der Besinnung und der Vorfreude auf das Fest der Geburt Christi. Ähnlich wie in vielen anderen europäischen Ländern beginnen auch in Frankreich die Vorbereitungen auf Weihnachten bereits Wochen im Voraus. Die Dekoration von Häusern, öffentlichen Plätzen und Geschäften mit Lichtern, Weihnachtsbäumen und Krippen ist ein zentraler Bestandteil dieser Phase.

  • Adventskalender (Calendrier de l’Avent): Auch wenn der Adventskalender ursprünglich aus Deutschland stammt, hat er sich auch in Frankreich großer Beliebtheit erfreut. Kinder (und oft auch Erwachsene) öffnen jeden Tag im Dezember ein Türchen, um eine kleine Überraschung oder ein Bild zu enthüllen, was die Vorfreude auf den Weihnachtstag steigert.
  • Weihnachtsmärkte (Marchés de Noël): Viele Städte und Dörfer veranstalten stimmungsvolle Weihnachtsmärkte, die eine wichtige soziale und kulturelle Rolle spielen. Hier findest du Kunsthandwerk, regionale Spezialitäten, Glühwein (vin chaud) und festliche Dekorationen. Besonders bekannt sind die Märkte in Straßburg, das oft als „Hauptstadt von Weihnachten“ (Capitale de Noël) bezeichnet wird, sowie in Colmar und anderen elsässischen Städten, die für ihre traditionellen Märkte berühmt sind.
  • Krippen (Crèches): Die Aufstellung von Weihnachtskrippen ist eine tief verwurzelte Tradition. Diese Krippen sind oft kunstvoll gestaltet und stellen nicht nur die Geburt Jesu dar, sondern integrieren auch Figuren aus dem provenzalischen Leben, sogenannte Santons (kleine Heilige). Diese Tradition ist besonders stark in der Provence verbreitet.

Saint Nicolas: Eine frühe Bescherung

In einigen Regionen Frankreichs, insbesondere im Nordosten (wie Lothringen und Elsass), spielt der Heilige Nikolaus (Saint Nicolas) eine bedeutende Rolle. Bereits am 6. Dezember, dem Nikolaustag, bringt Saint Nicolas Geschenke für die braven Kinder. Dies ist eine wichtige Unterscheidung zu Weihnachten selbst, wo die Hauptbescherung in der Regel am Weihnachtsabend oder am Weihnachtstag stattfindet.

  • Der Bischof von Myra: Der Heilige Nikolaus ist ein Bischof, der für seine Großzügigkeit und seine Liebe zu Kindern bekannt ist.
  • Begleiter: Père Fouettard: Saint Nicolas wird oft von seinem Begleiter, dem Père Fouettard (wörtlich „Vater Stockschläger“), begleitet. Dieser verteilte früher Ruten an unartige Kinder, während Saint Nicolas den braven Geschenke brachte. Heute ist diese Figur eher symbolisch und wird meist nicht mehr so streng ausgelegt.
  • Feste und Paraden: Am Abend des 5. Dezember finden oft Paraden und Feste zu Ehren des Heiligen Nikolaus statt, bei denen er durch die Straßen zieht und Süßigkeiten an die Kinder verteilt.

Le Réveillon de Noël: Der Festschmaus am Weihnachtsabend

Der Höhepunkt der französischen Weihnacht ist zweifellos der Réveillon de Noël am Abend des 24. Dezember. Dies ist ein festliches Abendessen, das oft erst spät in der Nacht nach der Mitternachtsmesse (Messe de Minuit) beginnt und sich durch mehrere Gänge auszeichnet. Die französische Küche spielt hierbei eine zentrale Rolle.

  • Vorspeisen (Entrées): Typische Vorspeisen können Foie Gras (Gänseleberpastete), Austern (huîtres), Räucherlachs (saumon fumé) oder Escargots (Schnecken) sein.
  • Hauptgericht (Plat principal): Das Hauptgericht variiert stark regional, aber häufig wird ein gebratenes Geflügel wie Truthahn (dinde) oder Gans (oie) serviert. In einigen Regionen ist auch ein Braten (rôti) oder ein festliches Fischgericht üblich.
  • Käseplatte (Plateau de fromages): Eine umfangreiche Käseauswahl ist ein fester Bestandteil des Mahls, oft serviert mit Brot und Früchten.
  • Dessert (Dessert): Das absolute Muss ist der „Bûche de Noël“ (Weihnachtsstamm). Dies ist eine Biskuitrolle, die wie ein Baumstamm aussieht und oft mit Schokolade oder Buttercreme gefüllt und dekoriert ist. Sie symbolisiert den traditionellen Holzscheit, der früher an Weihnachten im Kamin verbrannt wurde.
  • Getränke: Dazu werden exquisite Weine und Champagner gereicht, die das festliche Mahl abrunden.

Le Jour de Noël: Weihnachtstag

Der 25. Dezember, der eigentliche Weihnachtstag (Jour de Noël), ist in Frankreich ein Tag der Familie. Nach dem festlichen Réveillon am Vorabend ist der 25. Dezember oft ruhiger und wird für familiäre Zusammenkünfte, den Besuch der Kirche und das Auspacken der Geschenke genutzt, falls dies nicht schon am Réveillon geschehen ist. Kinder freuen sich über die Gaben, die ihnen der Weihnachtsmann (Père Noël) gebracht hat.

  • Geschenke: Die Geschenkübergabe ist ein wichtiger Teil des Weihnachtsmorgens. Kinder finden oft ihre Geschenke unter dem Weihnachtsbaum.
  • Familienessen: Auch am Weihnachtstag gibt es in vielen Familien ein gemeinsames Essen, das jedoch oft etwas leichter ausfällt als das opulentere Mahl am Réveillon.
  • Kirchgang: Viele Familien besuchen am Weihnachtstag die Kirche, um die Geburt Jesu zu feiern.

La Galette des Rois: Der süße Abschluss der Weihnachtszeit

Die Weihnachtszeit in Frankreich endet offiziell nicht mit dem Weihnachtstag, sondern erst mit dem Dreikönigstag (Épiphanie) am 6. Januar. An diesem Tag wird der Ankunft der Heiligen Drei Könige gedacht, und es gibt einen weiteren beliebten kulinarischen Brauch:

  • Die Galette des Rois: Bei diesem traditionellen Kuchen handelt es sich um einen Kuchen aus Blätterteig, gefüllt mit Frangipane (Mandelcreme). In jeden Kuchen wird eine kleine versteckte Figur (la fève) eingebacken, oft eine kleine Porzellanfigur. Derjenige, der das Stück mit der versteckten Figur erhält, wird zum „König“ oder zur „Königin“ des Tages gekrönt und darf eine Papierkrone tragen. Er oder sie ist außerdem dafür verantwortlich, im nächsten Jahr die Galette zu kaufen.
  • Partage de la Galette: Der Kuchen wird in der Regel unter der Familie oder Freunden aufgeteilt, wobei das jüngste Kind, oft mit verbundenen Augen, bestimmt, wer welches Stück erhält.

Regionale Besonderheiten und Bräuche

Frankreich ist ein Land der Vielfalt, und das spiegelt sich auch in den Weihnachtstraditionen wider. Jede Region hat ihre eigenen kleinen Eigenheiten und Bräuche.

  • Provence: 13 Desserts: In der Provence ist die Tradition der „13 Desserts“ (treize desserts) am Réveillon weit verbreitet. Diese Zahl repräsentiert Jesus und seine zwölf Apostel. Die Desserts sind oft eine Mischung aus Früchten, Nüssen, Süßigkeiten und traditionellen Gebäcksorten, die die Fülle und den Reichtum des Landes symbolisieren. Dazu gehören typischerweise Nougat (nougat), Trockenfrüchte (fruits secs), Mandarinen (clémentines) und natürlich der Bûche de Noël.
  • Elsass: Christkindelmärik und Tannenbaum: Das Elsass ist bekannt für seine Weihnachtsmärkte und die frühe Tradition des Weihnachtsbaumes (sapin de Noël). Hier werden die Weihnachtsbäume oft schon im November geschmückt und mit Kerzen, Äpfeln und verschiedenen Süßigkeiten verziert.
  • Belgien (französischsprachiger Teil): Auch in den französischsprachigen Teilen Belgiens, die kulturell eng mit Frankreich verbunden sind, ähneln sich viele Bräuche, wobei auch hier der Heilige Nikolaus am 6. Dezember eine große Rolle spielt.

Die Bedeutung von Weihnachten in Frankreich

Für viele Franzosen ist Weihnachten ein Familienfest, das im Zeichen der Zusammenkunft, der Gastfreundschaft und der kulinarischen Genüsse steht. Obwohl die religiöse Bedeutung für viele Menschen nach wie vor zentral ist, hat sich Weihnachten auch zu einem wichtigen kulturellen Ereignis entwickelt, das von christlichen und profanen Elementen geprägt ist. Die festliche Atmosphäre, die Dekorationen und die Traditionen schaffen eine magische Zeit, die Jung und Alt gleichermaßen begeistert.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Weihnachten Bräuche in Frankreich erklärt

Wann beginnt die Weihnachtszeit in Frankreich?

Die Weihnachtszeit in Frankreich beginnt traditionell mit dem ersten Adventssonntag und dauert bis zum Dreikönigstag am 6. Januar. Viele Menschen beginnen jedoch bereits im November mit den Vorbereitungen, wie dem Kauf von Geschenken und dem Schmücken der Häuser.

Wer bringt in Frankreich die Geschenke?

Die Geschenke werden in Frankreich hauptsächlich vom Weihnachtsmann (Père Noël) gebracht. In einigen Regionen, insbesondere im Nordosten, bringt der Heilige Nikolaus (Saint Nicolas) bereits am 6. Dezember Geschenke für die Kinder.

Was ist ein „Bûche de Noël“?

Ein Bûche de Noël ist der traditionelle französische Weihnachtskuchen. Es handelt sich dabei um eine Biskuitrolle, die wie ein Baumstamm aussieht und mit Schokolade oder Buttercreme gefüllt und dekoriert ist. Er ist ein absolutes Muss auf jeder französischen Weihnachtstafel.

Gibt es in Frankreich Weihnachtsmärkte?

Ja, Weihnachtsmärkte (Marchés de Noël) sind in ganz Frankreich sehr beliebt. Besonders bekannt sind die Märkte in Straßburg, das oft als die „Hauptstadt von Weihnachten“ bezeichnet wird, sowie in anderen elsässischen Städten wie Colmar. Diese Märkte bieten eine große Auswahl an Kunsthandwerk, regionalen Spezialitäten und festlichen Dekorationen.

Was ist die Tradition der „13 Desserts“?

Die Tradition der „13 Desserts“ ist vor allem in der Provence verbreitet. Am Abend des 24. Dezember werden nach dem Réveillon-Festmahl 13 verschiedene Süßspeisen serviert, die Jesus und seine zwölf Apostel symbolisieren. Diese Desserts umfassen eine Vielfalt an Früchten, Nüssen, Gebäck und traditionellen Spezialitäten wie Nougat.

Wann findet die Bescherung in Frankreich statt?

Die Hauptbescherung findet in Frankreich meist am Abend des 24. Dezember während oder nach dem Réveillon-Festmahl statt. Manche Familien warten auch bis zum Weihnachtsmorgen, dem 25. Dezember.

Welche Rolle spielt die Kirche während Weihnachten in Frankreich?

Die Kirche spielt eine wichtige Rolle im französischen Weihnachtsfest. Viele Familien besuchen die Mitternachtsmesse (Messe de Minuit) am Heiligen Abend oder Gottesdienste am Weihnachtstag, um die Geburt Jesu zu feiern. Der religiöse Aspekt ist für viele Franzosen weiterhin von großer Bedeutung.

Kategorie Beschreibung Relevante Bräuche
Vorbereitungszeit Die Wochen vor dem eigentlichen Weihnachtsfest, geprägt von Vorfreude und Dekoration. Adventskalender, Weihnachtsmärkte, Krippenaufbau, Schmücken des Hauses.
Besondere Figuren Wichtige Persönlichkeiten, die in der französischen Weihnachtstradition eine Rolle spielen. Saint Nicolas (Nikolaus), Père Noël (Weihnachtsmann), Santons (in der Provence).
Kulinarische Traditionen Typische Gerichte und Süßspeisen, die zu Weihnachten in Frankreich serviert werden. Réveillon de Noël (Festmahl), Bûche de Noël (Weihnachtsstamm), Foie Gras, Austern, 13 Desserts (Provence), Galette des Rois (Dreikönigskuchen).
Zeitliche Abfolge Die chronologische Reihenfolge der wichtigsten Weihnachtsfeiertage und -ereignisse. Nikolaustag (6. Dezember), Réveillon de Noël (24. Dezember), Jour de Noël (25. Dezember), Épiphanie (Dreikönigstag, 6. Januar).
Regionale Unterschiede Spezifische Bräuche, die nur in bestimmten Regionen Frankreichs gepflegt werden. Provence (13 Desserts, Santons), Elsass (Weihnachtsmärkte, frühe Baumdekoration).

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